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Ökostrom


Unter dem Begriff Ökostrom versteht man elektrische Energie, die in erster Linie aus nachwachsenden, erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Hierzu gehören als wichtigste Quellen die Windkraft sowie die Wasserkraft. Diese beiden Energiequellen versorgten Deutschland im Jahr 2006 zum Beispiel mit 52,1 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig erzeugen aber auch Biogas- und Biomasseanlagen sowie Fotovoltaikanlagen sowie Ökostrom, der anschließend in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird und den Endverbrauchern schließlich zur Verfügung steht. Als weiteres kann Ökostrom auch aus Erdwärme gewonnen werden. Dieser Energieträger spielt in Deutschland derzeit jedoch noch eine untergeordnete Rolle.

Ökostrom wurde in den letzten Jahren immer beliebter, denn das Umweltbewusstsein vieler Menschen hat sich erhöht. Durch die Nutzung von Ökostrom kann beispielsweise die Stromerzeugung aus Kohle, die durch eine hohe CO2-Ausschüttung negativ bewertet wird, reduziert werden. Gleichzeitig sind Verbraucher nicht mehr auf die Atomenergie angewiesen, die derzeit vor allem wegen steigender Rohstoffpreise als sehr umweltfreundlich propagiert wird. Durch Ökostrom sind Verbraucher zudem unabhängig von Erdölnationen wie Russland und den arabischen Staaten, die ihre Preise ebenfalls drastisch erhöhen. Zudem zeigt ein Vergleich, dass einige Ökostromtarife deutlich günstiger sind als vergleichbare Standardstromtarife, die lediglich einen Ökostromanteil von ca. 10% aufweisen. Welcher Anbieter im jeweiligen Versorgungstarif Ökostrom anbietet, kann im Internet nachgeschlagen werden. Bei diesem Vergleich kann gleichzeitig erkannt werden, welche Energiequellen im Einzelnen und mit welchen Verhältnissen genutzt werden. So kann der Verbraucher also entscheiden, ob der Strom vorrangig aus Wind- aus Wasser- oder aus Sonnenenergie genutzt wird. Am weitesten verbreitet ist jedoch der Mix aus verschiedenen erneuerbaren Energien (Ökomix), bei denen eine detaillierte Aufstellung der Energiequellen nicht vorgenommen wird.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien befindet sich also in einem enormen Wachstum. Sie weist allerdings im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung einige Besonderheiten auf. So ist zum einen die Energiedichte wesentlich geringer, wodurch deutlich mehr Kapazitäten benötigt werden. Weiterhin ist die Energieerzeugung mitunter starken Schwankungen bzw. dem Tag-Nacht-Rhythmus unterlegen. Vor allem die Sonnen- sowie die Windenergie können daher nicht ganzjährig genutzt werden. Zudem ist die Erzeugung von Ökostrom zum Teil an die räumliche Verfügbarkeit gebunden, denn für den Transport müssten ggf. neue Transportleitungen hergestellt werden.

Nachfolgend sollen die einzelnen Energieträger genauer vorgestellt werden.
Die Nutzung von Wasserkraft liegt weltweit an zweiter Stelle und somit sogar gleichauf mit Kernenergie. Sie wird bereits seit vielen Jahren genutzt und hat sich somit bereits Wettbewerbsvorteile verschafft. So konnte sie sich in Ländern wie Norwegen, wo bereits 99% der gesamten Stromenergie aus Wasserkraft gewonnen werden, oder Brasilien, wo der Anteil bei 83% liegt, bereits stark etablieren. In Deutschland liegt der aktuelle Anteil der Wasserkraft derzeit jedoch bei nur 4%. Bei der Erzeugung von Strom aus Wasserkraft nutzen die Betreiber den natürlichen Durchfluss des Wassers und erzeugen somit in erster Linie den Grundbedarf. In Spitzenlastzeiten, in denen dies nicht mehr ausreicht, werden Speicherwasser- bzw. Pumpspeicherkraftwerke zugeschaltet.

Die Windenergie konnte sich in den vergangenen Jahren ebenfalls enorm weiter entwickeln. So konnten in erster Linie die Kosten gesenkt werden, auch die Technologien wurden verbessert. Staatliche Fördermaßnahmen führten weiterhin dazu, dass diese Energiequelle so stark gewachsen ist. Derzeit stehen in Deutschland etwa 19.000 Windräder. Der weitere Ausbau an Land ist bereits an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, Betreiber sind derzeit bemüht, weitere Flächen auf hoher See zu erschließen. Bis zum Jahr 2025 sollen Windkraftanlagen dann etwa 15% des Strombedarfs in Deutschland decken, so die Bundesregierung.

Eine weitere wichtige Energiequelle ist die Sonne, die uns Menschen nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Sie liefert etwa 80mal mehr Energie, als verbraucht wird, was zu enormen Potenzialen führt. Allerdings sind die Kosten für diese Anlagen derzeit noch sehr hoch. Die Bundesregierung fördert allerdings durch das Erneuerbare Energien Gesetz aus dem Jahr 2004 nun auch diese Anlagen, die sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen genutzt werden können.

Die Biomasse als gespeicherte Sonnenenergie ist eine weitere Möglichkeit, Ökostrom zu gewinnen. Durch die Verbrennung von Haushaltsabfällen, Abfällen der Landwirtschaft sowie von Holz wird hierbei Energie gewonnen, die ebenfalls als Ökostrom in den Kreislauf eingespeist wird. Durch diese Verbrennung wird zudem nur sehr wenig CO2 freigesetzt, wodurch diese Energiegewinnung sehr umweltfreundlich ist. Derzeit befinden sich zahlreiche Biomasse-Anlagen im Bau, am aktuellen Stromverbrauch ist die Biomasse derzeit nur mit etwa drei Prozent beteiligt.